Mein Läufer auf der langen Bahn
6.Bd2 Be7 · sung from White's side
Verse 1
Bauer d4 und Bauer c4 1.d4 Nf6 2.c4
Springer f3, dann Bauer g3 2...e6 3.Nf3 b6 4.g3
Sein Läufer a6, ich spiele b3 4...Ba6 5.b3
Läuferschach auf b4, Läufer d2 5...Bb4+ 6.Bd2
Sein Läufer e7, mein Läufer g2 6...Be7 7.Bg2
Die lange Diagonale gehört jetzt mir
Chorus
Ich schlag auf d5, er schlägt zurück 7...d5 8.cxd5 exd5
Kurze Rochade, Springer c3 rückt 9.0-0 0-0 10.Nc3
Turm nach c1, die c-Linie ist mein 10...Re8 11.Rc1
Druck auf d5, so muss es sein
Verse 2
Springer e5, mein Posten ist fest 11...Nbd7 12.Ne5
Läufer f4, der hält ihn im Nest 12...Bb7 13.Bf4
Auf d5 zielt mein Läufer g2
Sein d-Bauer bleibt bald ganz allein
Nur nicht am Damenflügel rennen
Dort hat er mehr, das muss man kennen
Chorus
Ich schlag auf d5, er schlägt zurück 7...d5 8.cxd5 exd5
Kurze Rochade, Springer c3 rückt 9.0-0 0-0 10.Nc3
Turm nach c1, die c-Linie ist mein 10...Re8 11.Rc1
Druck auf d5, so muss es sein
Die Stimmung des Liedes passt zur Eröffnung: In hundert Meisterpartien seit zweitausend verlief das Mittelspiel deutlich ruhiger als in den meisten Eröffnungen, die Damen bleiben fast immer bis weit über den zwanzigsten Zug hinaus auf dem Brett, und die Praxis folgt einem schmalen Hauptweg – darum die gelassene Gitarre statt eines treibenden Beats. Der Kern für Weiß ist einfach: Nach dem Tausch auf d5 besitzt Weiß die halboffene c-Linie, der Läufer auf g2 und der Springer auf c3 nehmen den Bauern d5 ins Visier, und Springer e5 mit Läufer f4 dahinter ist der feste Vorposten; in fast jeder zweiten Partie dieses Musters bleibt Schwarz am Ende ein isolierter d-Bauer. Die Warnung im zweiten Vers kommt aus der Struktur selbst: Am Damenflügel hat Schwarz nach dem Abtausch vier Bauern gegen drei, die weiße Mehrheit steht am Königsflügel – also nicht links mit Bauern stürmen, sondern den Druck auf d5 und die c-Linie halten.